Die Herrin der Kathedrale
Teil 1 der Trilogie um den Naumburger Dom und Uta von Ballenstedt.
Ausgezeichnet mit dem HOMER-Literaturpreis 2014
Die Herrin der Kathedrale
Ballenstedt im 11. Jahrhundert: Hochadlige Gäste suchen Burg Ballenstedt für politische Gespräche auf. Der herbeigesehnte Tag endet für die Zwölfjährige Grafentochter Uta im Fiasko: Bei einem Ausritt versucht ein Knappe, sie zu vergewaltigen. Der Vater beschuldigt Uta daraufhin, ihre Jungfräulichkeit achtlos verschenkt zu haben. Um Uta vor dem prügelnden Vater und dem sicheren Tod zu retten, lässt die Mutter das Mädchen heimlich in das Damenstift Gernrode schaffen. Wenige Tage nach dem Eintreffen erfährt Uta vom Tod der Mutter und dem Verdacht, der Vater habe heimtükisch gemordet. So schwört Uta, den Mörder der Mutter vor Gericht zu bringen.
Über das Kloster Gernrode, das Damenstift Quedlinburg und den Hof von Kaiserin Gisela im Speyergau gelangt sie nach Naumburg. Zunächst unterstützt sie den Bau der Kathedrale lediglich mit Bauzeichnungen. Als ein Unglück die Baustelle überkommt, bietet sich Uta die Chance, den Naumburger Dom selbst fertig zu stellen und damit ihren eignen Gerichtssaal für die lang ersehnte Gerechtigkeit zu schaffen.
„Wenn ich ein weibliches Geschöpf aus der Kulturgeschichte treffen wollte, dann Uta von Naumburg …“
Umberto Eco, Schriftsteller
Historischer Hintergrund
Die erste Jahrtausendwende
Unser Roman spielt im 11. Jahrhundert, einer Zeit des Umbruchs. Das neue Jahrtausend war ohne die erwartete Apokalypse angebrochen; die Menschen hatten – trotz der anhaltenden Sorge um das ewige Seelenheil – neuen Mut gefasst. Politisch vollzog sich die Übergabe der Macht über das Heilige Römische Reich von den Ottonen- auf die Salierkaiser.
Beide Kaiser unserer Romanzeit (das waren Heinrich II. und Konrad II.) bekamen Gattinnen zur Seite gestellt, die als Mitregentinnen wirkten. Damit erlebte die historische Uta Frauengestalten, die ihre Rolle nicht nur auf Kinder, Kirche und Küche beschränkten, sondern politisch aktiv waren. Der Beginn des zweiten Jahrtausends brachte auch kunstgeschichtlich eine neue Epoche hervor. Steinbauten verdrängten Holzbauten, erste frühromanische Kirchen entstanden.
Unsere Protagonistin Uta
Uta von Ballenstedt stammt aus der Linie der Askanier, die vermutlich in Ballenstedt – im heutigen Sachsen-Anhalt gelegen – ihre Wurzeln hatten. Der Urvater des askanischen Geschlechts ist Utas Bruder Esiko von Ballenstedt. Die Askanier erlangten unter Esikos Urenkel, Albrecht dem Bären, herausragende Bedeutung für das Gebiet des heutigen Ostdeutschlands. Von den vier askanischen Hauptlinien existiert die Linie „von Anhalt“ bis heute.
Zur internationalen Ikone wurde Uta von Ballenstedt jedoch nicht über die Zugehörigkeit zum Geschlecht der Askanier, sondern als eine der zwölf Stifterfiguren im Westchor des Naumburger Doms. Die steinernen Standbilder wurden zweihundert Jahre nach Utas Tod vom so genannten Naumburger Meister erschaffen.
Utas steinernes Antlitz diente Walt Disney als Vorlage für die schöne, böse Königin. Von den Nationalsozialisten wurde Uta von Naumburg zum Sinnbild deutscher Frauenwürde verklärt.
Besondere Verbindung
Inzwischen ist die Begeisterung um Uta in einen unpolitischen Mythos übergegangen. Sie wird als Germanys first Topmodel (Zeitschrift „Mobil“ der Deutschen Bahn, Ausgabe Juli 2011) und Nofretete des Mittelalters (Imhof, M./Kunde, H. (2011): Uta von Naumburg, Sachbuch im Imhof-Verlag) gefeiert. Über die historische Uta von Ballenstedt sind kaum Informationen überliefert.
Es ist sehr wahrscheinlich, dass Uta als Gattin des mächtigen Meißener Markgrafen Ekkehard von Naumburg eine der wichtigsten politischen Frauengestalten ihrer Zeit war und, dass sie als Stifterin der Naumburger Kathedrale zugetan war. Wir sind sicher, dass es eine besondere Verbindung zwischen Uta von Ballenstedt und dem Naumburger Dom gegeben hat. Zumindest würde es die Faszination erklären, die Besucher des Naumburger Westchores am intensivsten verspüren, wenn sie auf die in Stein gehauene Uta blicken.

Buchtrailer
Die Herrin der Kathedrale
Die Aufstiegsgeschichte der bekanntesten Gestalt der deutschen Kunstgeschichte: Uta von Ballenstedt (auch als Uta von Naumburg bekannt). Es ist ein Roman über ihr tiefes Leiden, ihre zarte Liebe und den starken Kampf für die Familie.
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